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Becca Stevens ist klassisch ausgebildete Gitarristin und eine der aufregendsten Jazz-Stimmen der Gegenwart, tummelt sich aber auch in Folk und Pop. Wir trafen sie auf ihrer Tour in München, wo sie ihre neuen Signature-Instrumente entgegennahm – natürlich von Stevens Custom Guitars …

Becca Stevens

Hi Becca, erzähl uns über deine neuen Instrumente. 

Das war Liebe auf den ersten Blick. Die Ukulele hat einen dunkleren, ruhigeren und erwachseneren Klang als meine alte Uke. Die klang eher hell, mit einer Spur Twang. Es fühlt sich fast so an, als sei die neue tiefer gestimmt. Unglaublich! Ich denke, sie wird meine Stimmfarbe beeinflussen, da ich eine Tendenz habe, mich dem Klang, den ich begleite, anzupassen. Mein Songwriting erlaubt es dann vielleicht, tiefere Frequenzen hinzuzumischen. Zu ihren tollsten Vorzügen gehört, dass ich sonst immer ein Clip-on-Mikro nutzen musste, was mir auf Grund der Feedback-Probleme Kopfschmerzen bereitet hat. Mittlerweile habe ich Mi-Si-Trio-Pickups verbaut. Sie sind außergewöhnlich gut verarbeitet und klingen sehr realistisch. Das ist einfach perfekt.

Und der Einfluss auf dein Songwriting ist kein Problem? 

Veränderungen stören mich nicht. Das inspiriert mich eher. Ich suche immer nach solchen Gelegenheiten. Ein Beispiel: Ich habe zehn Jahre lang nur Akustikgitarre gespielt und bin dann zur E-Gitarre gewechselt. Es gab Leute, die meinten, die Akustikgitarre sei doch mein Sound. Ich entgegnete, dass das nun nicht mehr der Fall ist, denn jetzt mag ich was anderes. Ich mag Veränderungen, sie inspirieren mich.

Wie kam es zu deiner Zusammenarbeit mit den Jungs von Stevens?

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich auf ihre Kontaktaufnahme reagiert habe. Bis zu ihrer dritten Mail hatte ich gar nicht kapiert, dass das „Stevens“ im Briefkopf nichts mit mir zu tun hatte. [lacht]

Wie viele Instrumente hast du im Normalfall mit auf Tour?

Es sind drei: Ukulele, Charango und E-Gitarre. Zu Hause spiele ich zusätzlich Akustikgitarre. Ich bin noch nicht reich und berühmt genug, um so viele Gitarren mitzunehmen. [lacht] Als ich zu Anfang mit Stevens in Kontakt war, gab es die Idee, einen Hybriden aus Uke und Charango zu bauen, um weniger Equipment zu transportieren. Das hat aber nicht zufriedenstellend funktioniert. Daher sind wir bei zwei Instrumenten geblieben. Ich fühle mich geehrt, dass sie mich als Inspiration für ein Instrument genommen haben, das sie noch nie gebaut haben: die 001 Charango. Das macht mich richtig glücklich. 

Schreibst du deine Songs für ein bestimmtes Instrument, oder wählst du immer das Instrument, das dem Song am zuträglichsten ist?

Eher letzteres. Meistens greife ich zum songdienlichsten Instrument. Wenn ich jetzt aber etwa im Urlaub bin und da nur eine Ukulele dabei habe, gut, dann schreibe ich eben Songs für die Ukulele.

Welche Saiten spielst du? 

Was auch immer ich an Saiten finden kann. Speziell für das Charango ist das nicht so einfach. Da nimmt man, was man kriegt. 

Nutzt du Plektren?

Ich spiele nicht gerne mit Pleks. Ich pinsele mir Sekundenkleber auf die Fingernägel und erneuere die Schicht einfach immer wieder. Ich wünschte, Krazy-Glue [Hersteller des Sekundenklebers] würden mich endorsen, da ich echt viele dieser kleinen Krazy-Brush-on-Glue-Fläschchen kaufen muss … [lacht]

Ist schon ein neues Album in Planung?

Ja. Ich stecke mit dem Songwriting aber noch in den Kinderschuhen. Nächstes Frühjahr möchte ich aufnehmen. Außerdem habe ich noch einige andere Projekte laufen. Ein paar meiner Songs werden mit einem Streichquartett eingespielt. Außerdem werde ich diesen Herbst für einen Monat in New York mit David Crosby, Mike League von Snarky Puppy und Michelle Willis im Studio sein. 

 

Autor: Philip Zeppenfeld

Dieses Interview und noch viel mehr heißen Lesestoff gibt's in der aktuellen guitar acoustic 3/18 

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